Gefährliche Perfektion

Ausstellung: Altes Museum zeigt restaurierte antike Vasen.

Seit kurzem präsentiert das Alte Museum auf der Museumsinsel die Ausstellung „Gefährliche Perfektion. Antike Grabvasen aus Apulien“. Die Schau im Obergeschoss ist eine Zusammenarbeit der Antikensammlung der Staatlichen Museen mit dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles.

Perfekt restauriert

Dreizehn monumentale antike Grabgefäße stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Sie stammen aus Ceglie del Campo bei Bari (Apulien/Italien), wo sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Scherben von dem böhmisch-österreichischen Baron Franz von Koller erworben und in Neapel restauriert wurden – so perfekt, dass man Original und Ergänzung nicht mehr unterscheiden konnte. 1828 kaufte Friedrich Wilhelm III. diese Vasengruppe für das Alte Museum. Getrennt und gezeichnet durch Kriegsschäden, lagerten die Gefäße Jahrzehnte in den Depots. In einem von 2008 bis 2014 durchgeführten Kooperationsprojekt der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin und dem J. Paul Getty Museum Los Angeles wurden an beiden Orten diese Vasen untersucht, restauriert und ihre Geschichte erforscht.

Große Meisterschaft

Neben spannenden archäologischen Aspekten beleuchtet die Ausstellung auch die erste Restaurierung der Vasen in der Werkstatt des Neapolitaner Restaurators Raffaele Gargiulo. Dieser vervollständigte fehlende Bildszenen mit so großer Meisterschaft, dass Zeitgenossen von einer „gefährlichen Perfektion“ sprachen: Ergänzungen und antikes Original waren nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Einmal monatlich bietet das Alte Museum eine Kuratorenführung an. Die nächste findet am 7. Juli, 18 Uhr, statt. Unter dem Titel „Trauer und Trost – Mythen auf antiken Grabvasen“ gibt es ebenfalls einmal monatlich eine öffentliche Führung (30. Juli, 15 Uhr). Familien mit Kindern werden durch den Workshop „Vasenbilder – Comics der Antike“ (3. September) angesprochen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.smb.museum/ausstellungen/

mw, Bild: Tahnee Cracchiola