Flüchtlinge verlassen die Sporthallen

Kosten für Sanierung der Turnhallen trägt das Land Berlin.

Mit dem Neubau zweier Tempohomes – spezieller Wohncontainer mit jeweils 500 Plätzen – an der Wollenberger Straße und der Hohenschönhausener Straße sowie der Errichtung der Modulbauten am Hagenower Ring mit 300 Plätzen, der Seehausener Straße, der Wartenberger Straße und an der Zobtener Straße mit jeweils 500 Plätzen können Flüchtlinge endlich die provisorischen Unterkünfte in den drei bezirklichen Sporthallen verlassen und in komfortablere Häuser wechseln.

Schäden sichten

Ab dem Spätsommer steht dann die Sanierung der umfunktionierten Turnhallen in der Treskowallee, in der Wollenberger und in der Darßer Straße an. Eine kostspielige Aufgabe. Keine der Hallen war schließlich für eine mehrmonatige Unterbringung von so vielen Menschen ausgelegt. Insbesondere die Sanitärenanlagen in den Hallen haben unter der Sondernutzung stark gelitten. Die Hallenböden waren vor dem Einzug mit Holzplatten abgedeckt worden. „Hier erwarten wir eher einen unbeschädigten Zustand. Eine generelle Größenordnung für die Schadenshöhe und Kosten können wir im Moment aber nicht nennen“, so Bezirksbürgermeisterin Brigit Monteiro (SPD) auf Anfrage des Berliner Abendblattes. Zumindest die Sportgeräte seien vor der Inbetriebnahme der Hallen ausgelagert oder weggeschlossen worden. „Die Schäden werden jetzt nach dem Auszug der Geflüchteten durch einen Gutachter festgestellt werden.“

Auch Sportplatz

„Die Kosten zur Beseitigung der Schäden trägt grundsätzlich das LAGeSo als Nutzer der Sporthallen“, so Monteiro. Ohnehin seien alle in Lichtenberg als Flüchtlingsunterkünfte genutzten Hallen im Eigentum des Landes Berlin. Dass jetzt ausgerechnet ein Fußballplatz als Standort für ein Tempohome geplant ist, schätzt Monteiro hingegen eher als unproblematisch ein. „Der Sportplatz an der Hohenschönhausener Straße ist in einem so schlechten Zustand, dass er schon jetzt kaum genutzt wird. Dies war auch der Grund, warum die Entscheider diesen Standort als besonders geeignet angesehen haben. „Die daneben liegende Tennisanlage sowie die zugehörigen Sportfunktionsgebäude werden von den Planungen nicht betroffen sein“, erläutert sie. Momentan seien ohnehin nur zwei Vereine bekannt, die diesen Fußballplatz nutzen. Genannte Trainingszeiten auf den jeweiligen Websites der Vereine deuteten jedoch darauf hin, dass weder der Lichtenberger Frauen- und Mädchenfußballclub 09 e.V. noch die Frisbee-Spieler des Hucks Ultimate Club den Platz zur Zeit tatsächlich nutzen. „Bei Bedarf bemühen wir uns dennoch um Alternativen“, so die Bürgermeisterin.

Stefan Bartylla, Bild: imago/Michael Schick