Auftakt für Kultursommer

Veranstaltungsreihe: Konzerte und Lesungen im Jüdischen Museum Berlin.

Im Kultursommer des Jüdischen Museums Berlin (Lindenstraße 9-14) dreht sich in diesem Jahr alles um die osteuropäische und jiddische Kultur. Den Auftakt bildet ein Konzert des „Semer Ensemble“ am 25. Juni im Glashof. Das goldene Zeitalter jüdischer Musik – Lieder von Liebe und Eifersucht, von Krieg, der Tora und Träumen von Sozialismus hat Hirsch Lewin in den 1930er Jahren in Berlin auf seinem Semer-Label vereint. 2012 vom Jüdischen Museum Berlin in Auftrag gegeben und uraufgeführt, hat das „Semer-Reloaded“-Projekt die alten Aufnahmen rekonstruiert und mitreißend neu arrangiert. Seitdem ist die Gruppe um die Welt getourt. Karten gibt es für zehn Euro. Der Beginn: 18 Uhr.

Während beim großen Sommerfest ein altjüdisches Kabarett den Weg „Czernowitz-Berlin“ nachgeht und Kinder in der Bäckerei das Loch im Bagel suchen, spielt das „Aletchko Quartett“ am 3. Juli mit einem furiosen Mix aus jiddischen Liedern, russischen Melodien und Flamenco-Gitarre auf und die „Drei Kantoren“ unterhalten mit geistlichem und weltlichem Verve. Ob beim Matroschkamasken-Basteln, Erinnerungsfoto-Shooting oder Wortspiel-Rätseln – im Museumsgarten sind kleine und große Besucher herzlich zum Mitmachen eingeladen! Dazu gibt es „unkosher delights“ von Masel Topf und Leckereien aus der polnischen Pop-up-Fusion-Küche von Polish Thursday Dinners. Am Stand von Wolfarth Schokolade kann man sich seine eigene Eiskreation mixen. Der Beginn ist um 14 Uhr, der Eintritt frei.

Kanon der Moderne

Arm an Geld, doch reich an Töchtern, träumt der Milchmann Tewje aus dem Schtetl Anatevka von einem Dasein ohne Entbehrung. Doch am Ende steht er allein da – ein Flüchtling unter Tausenden, mit nichts als seinem Gottvertrauen und seinem unerschütterlichen Witz. Mit „Tewje, der Milchmann“ hat Scholem Alejchem seinen Ruf als einer der größten Tragikomiker der Weltliteratur begründet. Jiddischer Schicksalsroman und historisches Menetekel zugleich, gehört der Roman zum Kanon der Moderne. Weltweit berühmt wurde Tewje durch die Musical-Adaption „Anatevka / Fiddler on the roof“. Schauspieler Christian Berkel liest aus der Neuübersetzung des Buches, anschließend sprechen Tal Hever-Chybowski, Leiter des Paris Yiddish Center, und der Übersetzer Armin Eidherr über die Bedeutung des Werkes jenseits der Schtetl-Romantik. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Glashof. Tickets kosten acht Euro.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.jmberlin.de/kultursommer

nm/red, Bild: Günther Schneider