Neue Eskapaden an der Mozart-Schule

Bedrohung: Jetzt müssen inhaltliche Maßnahmen umgesetzt werden.

Die Meldungen um unglaubliche Zustände an der Wolfgang-Amadeus-Mozart-Gemeinschaftsschule reißen nicht ab. Noch im Januar hatten Eltern in einem Brandbrief öffentlich um Hilfe gebeten. Elternsprecher Francesco Malo hatte die Horror-Umstände geschildert, unter denen sich Schüler kaum noch in die Schule trauten. Trauriger Höhepunkt war damals die „Stürmung“ des Lehrerzimmers. Mit täuschend echt aussehenden Spielzeugwaffen hatten Schüler Lehrer dort bedroht. Details zu unhaltbaren Zuständen in der Gesamtschule sind der Schulverwaltung allesamt bekannt: „Kinder und Jugendliche fallen durch unsoziales Verhalten bis hin zur Gewalttätigkeit jüngeren Kindern, aber auch Lehrkräften gegenüber, auf“, heißt es in einem Bericht, der nach einer Schul-Inspektion gefertigt wurde. Jetzt musste die Hellersdorfer Schule sogar für einen Schultag aufgrund einer Anschlagsdrohung geschlossen werden: „Anschlag 25.04. Ahllahu akbar“ lautete ein Grafftti, das Ende der letzten Woche an die Turnhallenwand der Schule gesprüht worden war. „Wir hatten die Ernsthaftigkeit des Vorfalls geprüft. Nach unserer Einschätzung lag keine Bedrohung vor. Das haben wir dem Schulleiter auch so mitgeteilt“, so Michael Merkle, Pressesprecher der Berliner Polizei. Schulleiter Miebs war die Androhung mit Datumsvermerk schließlich doch konkret genug, um die Schule am Folgetag geschlossen zu halten.

Weiteres Vorgehen

Um weitere Eskalationen zu vermeiden, steht nun das weitere Verfahren für alle Beteiligten auf der Agenda. „Generell muss die Schule bei ihrer weiteren internen Schulentwicklung unterstützt werden. Dies ist natürlich eine Aufgabe, die mithilfe der Senatsbildungsverwaltung passieren muss und auch schon angegangen wurde. Im Rahmen des Runden Tisches unterstützen ich und die Kollegen des Schul- und Sportamtes bei Bedarf“, formuliert Bürgermeister und Schulstadtrat Stefan Komoß (SPD) seinen Part zum Thema. Die Integration eines Wachschutzes sei hingegen nicht geplant, so Komoß. Er sieht einen Verbesserungsansatz in der Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und einer Erweiterung des Schulstationsangebotes. Oberste Priorität habe nun auch die Personalausstattung an der Gesamtschule- „Eine Vollzeitschulleiterstelle ist zwingend notwendig. Nach meiner Kenntnis wird derzeit auch intensiv an einer dauerhaften Besetzung von der Senatsbildungsverwaltung gearbeitet“, so Bürgermeister Komoß zu Teilen des anstehenden Maßnahmenkatalogs. Der derzeitige Schulleiter ist nur an drei von fünf Tagen in der Woche vor Ort. An den anderen Tagen ist er an einer Neuköllner Schule als Schulleiter beschäftigt.

Stefan Bartylla/ Bild: imago/Bernd Friedel