Komasaufen leicht gemacht

Jugendschutz: Problemlos zum harten Alkohol.

Katastrophales Ergebnis für Supermärkte, Spätis und Kioske: In 83 Prozent der Fälle verkauften diese bei einer Testkauf-Aktion harten Alkohol an Minderjährige. Oliver Schworck, Bezirksstadtrat für Jugend, Ordnung und Bürgerdienste, ist schockiert. „Besonders überrascht haben mich die Ergebnisse in den Supermärkten“, sagt der SPD-Politiker. Dort zeigen Kassensysteme den Mitarbeitern oft an, wenn Produkte dem Jugendschutz unterliegen. Das Ordnungsamt Tempelhof-Schöneberg hatte sich im März bereits zum dritten Mal an der Testkauf-Aktion mit Minderjährigen beteiligt. Vor der Aktion wurden die Testkäufer entsprechend geschult. „Wir haben den Geschäftsleuten und Mitarbeitern faire Bedingungen geboten“, sagt Schworck. So hätten die Testkäufer auf Nachfrage ihr wahres Alter nennen und ihren Ausweis vorlegen müssen – Überredungsversuche waren ihnen streng verboten. In der Realität ist solche Ehrlichkeit bei der ersten Nachfrage durch den Verkäufer eher unwahrscheinlich. Umso erschreckender ist die „Erfolgsquote“ der minderjährigen Käufer im Test. Folgenlos verlief der Test für Gewerbetreibende nicht. Verkauften sie Alkohol, folgte direkt die entsprechende Anzeige durch das Ordnungsamt. Bezirksstadtrat Schworck warnt: „Diese Art der Kontrolle wird weitergehen.“

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