Wo eine Villa ist, ist auch ein Weg

Kultur: Die Max-Liebermann-Gesellschaft feiert den zehnjährigen Geburtstag ihres Museums.

Fast 70 Jahre nach dem Tod des Malers Max Liebermann erhielt sein einstiges Sommerhaus etwas vom alten Glanz zurück: Im April 2006 wurde aus der „Liebermann-Villa am Wannsee“ ein Museum. Nun feiert die einzigartige kulturhistorische Einrichtung ihr zehnjähriges Jubiläum.

Große Reputation

„Conny“ Froboess ist voll des Lobes: Sie habe nur „tiefen Respekt für ein Jahrzehnt erfolgreicher kultureller Arbeit der Max-Liebermann-Gesellschaft“ übrig, die mit der Liebermann-Villa einen „Leuchtturm in Berlin von internationaler Ausstrahlung“ geschaffen habe, sagt die Schauspielerin und einstige Schlagersängerin, die dem Wannsee mit ihrem Gassenhauer „Pack die Badehose ein“ schon vor mehr als einem halben Jahrhundert ein musikalisches Denkmal gesetzt hat. Das Denkmal-Potential der Liebermann-Villa war dagegen im Laufe der Jahre unter die Räder gekommen: Fünf Jahre nach dem Tod Liebermanns zwangen die Nationalsozialisten dessen Frau Martha zum Verkauf ihrer Sommerresidenz und zahlten ihr nicht einmal den zugesagten Spottpreis. Später beherbergte das 1909 errichtete Gebäude ein Krankenhaus, ein Wohnheim und einen Sportverein. Das Erbe des Künstlers schien in Vergessenheit zu geraten. „Heute ist es so selbstverständlich, dass die Liebermann-Villa ein Museum ist, dass die meisten Besucher sich wundern, dass es uns erst seit 2006 gibt“, sagt Sandra Köhler, Sprecherin der Max-Liebermann-Gesellschaft. 1997 erreichte die Gesellschaft in diesem Kampf einen Etappensieg, als die Nutzung der Villa als Museum beschlossen wurde. 2002 begannen die Umbau- und Restaurationsarbeiten. In der Rückschau hat sich das Engagement mehr als gelohnt. „Wir werden heute international als Ansprechpartner für die Kunst Max Liebermanns und den deutschen Impressionismus wahrgenommen. Die große Reputation des Hauses lässt sich auch daran messen, dass heute Leihgaben aus ganz Europa zu Ausstellungen in unser Haus kommen“, erklärt Köhler und verweist auf bislang über 850.000 Besucher. Mit Museums- und Gebäudeführungen, Sonderausstellungen und Malkursen feiert die Max-Liebermann-Gesellschaft ab Mai ihr Jubiläum – und ehrt zugleich einen Künstler, dessen Werk und Person auch heute noch aktuell sind.

Philip Aubreville / Bild: P Kietzmann