Vom französischen Erbe bis zu Beckmanns Frauen

Musuemstag: Geführt durch Ausstellungen in der Hermsdorfer Dorfschule:

Das Museum Reinickendorf ist in der alten Dorfschule von Hermsdorf untergebracht, an die noch ein historisches Schulzimmer erinnert. Ein Handwerkerraum, eine Försterstube, der Raum „Raus ins Grüne“ und eine Arbeiterküche aus der Zeit um 1920 illustrieren die Entwicklung des Ortes im Norden Berlins vom ländlich geprägten Dorf über ein Ausflugsziel für Städter bis zur Industrialisierung und Eingemeindung nach Berlin. Ein 2013 neu hinzugekommener Raum geht auf die Rolle Reinickendorfs für die Rüstungsproduktion der Nationalsozialisten, die französische Besatzung und die Folgen der deutschen Teilung ein. Auf dem Freigelände hinter dem Museum wurde ein germanisches Gehöft rekonstruiert, das aus dem begehbaren Langhaus, dem Webhaus und einem Speicher besteht.

Französische Erbschaft

Früher Dorfschule, können Museumsbesucher auch heute jede Menge in Hermsdorf lernen.

Früher Dorfschule, können Museumsbesucher
auch heute jede Menge in Hermsdorf lernen.

Das Museum mit der Anschrift „ Alt-Hermsdorf 35“ beteiligt sich mit zahlreichen Veranstaltungen am Internationalen Museumstag, der am 22. Mai unter dem Motto „Museen in der Kulturlandschaft“ stattfindet. In der GalerieETAGE im Museum ist die aktuelle Sonderausstellung „Cité Foch. Reinickendorfs französische Erbschaft“ zu sehen. Die Ausstellung zeigt mit Karten, Fotos und Objekte die Geschichte der Cité Foch, die von den französischen Allliierten während ihrer Zeit im Norden Berlins (1945-1949) errichtet wurde. Die Kuratorin Christiane Borgelt führt ab 11 Uhr durch die Ausstellung. Die Ausstellung „HEIM_SPIEL Reinickendorf“ zeigt Arbeiten von zehn Reinickendorfer Künstlerinnen, die sich auf vielfältige Art und Weise mit dem Begriff Heimat auseinandergesetzt haben. Zu sehen sind u.a. Installationen, Bilder und Fotografien. Die beteiligten Künstlerinnen führen ab 13 Uhr durch die Ausstellung. Für beide Führungen ist der Eintritt frei. Der Maler und Grafiker Max Beckmann ist vor allem für seinen figurenstarken, expressiven Stil bekannt, den er zu Beginn des 20. Jahrhunderts der aufkommenden Abstraktion entgegensetzte. Von 1907-14 lebte der junge Künstler mit seiner Familie in der Ringstraße 17 in Hermsdorf.

Informativer Kaffeeklatsch

In dieser Zeit hielt Beckmann auch den Bau des Hermsdorfer Wasserturms in zwei Gemälden fest. Wie sah Beckmanns Leben in Hermsdorf aus? Wer waren die beiden Frauen an seiner Seite? Und wie gelangte Beckmann schließlich nach New York? Ganz entspannt am Sonntagnachmittag im Lesekabinett des Museums Reinickendorf erfahren Besucher ab 15 Uhr bei Kaffee und Kuchen mehr über Leben und Werk Max Beckmanns. Der Eintritt dazu
kostet 15 Euro.

Weitere Informationen finden Sie unter:
(030) 404 40 62
www.museum-reinickendorf.de
www.museumstag.de

red/mh / Bilder: Kunstamt Reinickendorf