Dorfgeschichte erleben

Im Bezirksmuseum kann regionale Heimatgeschichte mit erlebt werden.

An diesem Sonntag (22.Mai) wird der Internationale Museumstag gefeiert. Wer sich für die Geschichte Marzahn-Hellersdorf interessiert, liegt auch an diesem Tag mit einem Besuch im Bezirks-Museum goldrichtig. Gerade am Aktionstag steht das Haus nahezu exemplarisch für das diesjährige Motto „Museen in der Kulturlandschaft“.

Dörfliche Portraits

Zur Zeit ist im Haus 1 am ehemaligen Dorfanger eine Ausstellung über Frauen und Männer zu sehen, die in mehr als 10.000 Jahren Geschichte die Region geprägt und ihre Spuren in den Dörfern Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn hinterlassen haben. Dazu zählen die mittelalterlichen Hofbeamten Lampert Distelmeyer und sein Sohn Christian genauso, wie Carl und Julius Bausdorf, die im 19. und 20. Jahrhundert in Kaulsdorf einen Lebensmittelladen betrieben. Die Ausstellung erinnert an Pfarrer, Lehrer, Gastwirte, Hebammen, Schmiede und Müller, die hier in den Jahrhunderten lebten.

Aber auch zu prominenteren Künstlern, wie dem Schriftsteller Ludwig Renn, dem Schauspieler Eduard von Winterstein und der Illustrateurin Ingeborg Meyer-Rey gibt es Porträts. Und ein Künstler der besonderen Art, nämlich der Schöpfer des Sandmännchens, Gerhard Behrendt wohnte schließlich auch in Mahlsdorf. Hier war auch über lange Zeit das Sandmännchenstudio selbst untergebracht. Insgesamt porträtiert die Ausstellung über 60 Personen aus allen Ortsteilen, die auf sehr unterschiedliche Weise die Geschichte von Marzahn-Hellersdorf mitgestaltet haben. Die besonderen Highlights sind zudem die vielen persönlichen Objekte von Nachfahren der dargestellten Personen.

Region wächst

Wer dann genug von Biographien und Einzelporträts aus der Region erfahren hat, hat in der direkten Nachbarschaft, nämlich im Haus 2, in der Straße Alt-Marzahn 55, Gelegenheit, etwas über die Siedlungsgeschichte des Bezirks zu erfahren. Hier erwartet die Besucher ein spannender Gang durch rund 11.000 Jahre Geschichte ab Ur- und Frühgeschichte bis zu den Großsiedlungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung präsentiert in allen Themenbereichen zahlreiche originale Objekte, darunter das Lackprofil eines 2005 in Biesdorf-Süd entdeckten Korbgeflechtbrunnens aus der älteren Vorrömischen Eisenzeit (400 – 200 v. Chr.) sowie mehrere Architekturmodelle aus der jüngsten Vergangenheit. Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Recherchebereich, in dem zusätzliche Informationen zu den archäologischen Fundstellen sowie zu den einzelnen Siedlungs- und Wohngebieten im Bezirk, als Film- und Tondokumente zu finden sind. Für besonders wissbegierige Besucher stehen weiterführende schriftliche Materialien zur Verfügung.

Stefan Bartylla / Bild: imago/Gerlinde Schmidt