Gefahrenquelle Kinderkrankenhaus

Bauen: Ringen um Weißensees berühmteste Ruine geht in die nächste Runde.

Seit nun 20 Jahren steht das ehemalige Kinderkrankenhaus an der Hansastraße leer. Ein russischer Investor erwarb das Grundstück mit dem Bau, der seit Jahren baufällig ist und verfällt. Das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude zieht Touristen und Abenteurer an. Besonders Fotografen erliegen dort gern den Verlockungen der Motive. Doch der Verfall des ehemaligen Krankenhauses wird nun mehr als deutlich. Ein amerikanischer Fotograf stürzte kürzlich durch die Decke des verfallenen Gebäudes und liegt mit schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Areal ungesichert

„Das Grundstück ist derzeit ungesichert und stellt eine Gefahrenquelle dar“, rügte die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM). Mehrfach wurden Anwohner auch durch Feuer auf dem Areal aufgeschreckt. Seit langem fordert deshalb das Land Berlin die Rückgabe des Grundstückes. Es seien auf Seiten der Bio-Resonanz GmbH (MWZ) Vertragspflichten nicht eingehalten worden. Somit sei der Liegenschaftsfond vom Kaufvertrag zurückgetreten. Vereinbarte Maßnahmen, wie die Sanierungen am Gebäude bis zum Jahr 2015, wurden nicht unternommen. Bereits vor einem Jahr war der Investor zur Herausgabe verurteilt worden, verweigerte diese jedoch. Die MWZ ist mittlerweile insolvent, das juristische Verfahren deshalb gegenwärtig unterbrochen. Der Insolvenzverwalter des Kinderkrankenhauses bemüht sich nun darum, eine außergerichtliche Lösung zu finden. Die BIM plant, das Gelände für städtebauliche Zwecke zu nutzen. Die Berliner Wohnungsnot stellt ein immer größer werdendes Problem da. Bebaubare Flächen werden auch immer knapper. So soll der Plan für das Grundstück möglichst kurzfristig weiter entwickelt werden, um dort dringend benötigte Wohnungen bauen zu können. Ein Rechtsstreit würde in diesem Fall also eine Verzögerung bedeuten und der Planung nur im Wege stehen.

Antwort erhofft

Auf dem Gelände könnte insbesondere sozialer Wohnungsbau realisiert werden, was der Insolvenz-verwalter Andre Houben nun auch dem Rechtsanwalt der Gegenseite vorgeschlagen hat. Bisher ist hierauf aber noch keine Antwort eingegangen. Inzwischen nagt der Zahn der Zeit weiter
an den Nerven der Beteiligten und am Gemäuer.

Samantha Redmer / Bild: Archiv/Anne Langert