„Wie unfähig muss man sein?“

Sport: Vereine ärgern sich über eklatante Fehlplanung eines Kunstrasens im Jahn-Sportpark.

Wie BER im Kleinen mutet an, was Vereinsmitglieder des SV Empor und der SG Rotation Prenzlauer Berg im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark erleiden müssen. Pleiten, Pech und Pannen! Seit Herbst warten Fußballer und Hockeyspieler sehnsüchtig darauf, den neuen Kunstrasenplatz nutzen zu dürfen. Doch erst hatten die Arbeiten kein Glück – der Winter schneite dazwischen. Dann kam auch noch Pech dazu – die Planer haben sich vertan: Falsche Markierungen, Eckfahnenlöcher außerhalb des Feldes, Löcher für Torbefestigungen ganz Fehlanzeige! Es heißt, Bauleute hätten noch darauf hingewiesen, dass der Mittelkreis mit geplanten zwölf Metern zu klein werde. Quasi auf eigene Kappe habe die ausführende Firma dafür, dass wenigstens dieser nun einen regelkonformen Durchmesser von 18,30 Meter hat. Für einen Platzwart steht fest: Das gesamte Kunstgrün muss wieder aufgenommen, ersetzt und neu verlegt werden. Denn die Markierungen sind nicht aufgemalt, sondern eingewebt – lassen sich also nicht einfach so entfernen oder korrigieren. „Wie unfähig muss man sein, um solchen Mist zu verzapfen?“, schimpft Empor-Sprecher Wolfram Stahl. Denn die Spiel- und Trainingsfläche wird dringend benötigt. Auf einem Nachbarfeld müssen nun vier Mannschaften gleichzeitig trainieren, oder acht Jugendteams. 30 Fußballmannschaften hat der Verein. „Demnächst stehen Feriencamps an, und wir bekommen keine Informationen, wie es weitergeht. Wir hängen komplett in der Luft“, ist Stahl sauer.

Auf Fehlersuche

Die Senats-Sportverwaltung sucht noch die Ursachen für den Fehler: „Die Leistung der ausführenden beauftragten Firma ist nach derzeitigem Stand nicht ursächlich für die fehlerhafte Linierung. Es scheint vielmehr ein Fehler im Bereich der Planung von dritter beteiligter Seite außerhalb der Verwaltung vorzuliegen.“ Im Stadion ist von Architektenfehler die Rede.  Laut einem Sprecher der Sportverwaltung werden derzeit  „Lösungsansätze zur Mängelbeseitigung“ erarbeitet. Wegen des laufenden Verfahrens könne der Senat sich weder zu Kosten noch Fertigstellungsterminen äußern. Einziger Lichtblick: „Die Senatsverwaltung bemüht sich, eine kurzfristige Nutzungsfreigabe unter Beibehaltung aller Gewährleistungsansprüche zu vereinbaren“, so der Senatssprecher. Wettkämpfe könnten wegen der falschen Spielfeldmarkierungen dann zwar immer noch nicht stattfinden. Aber vielleicht darf dort wenigstens bald wieder trainiert werden.

Text und Bild: Michael Hielscher