Ein Ausweg ist noch lange nicht in Sicht

Verkehr: Im neuen „Bundesverkehrswegeplan“ steht auch die Ortsumfahrung Ahrensfelde auf der Agenda.

Im neuen Bundesverkehrswegeplan, der die Investitionen in Verkehrsinfrastruktur bundesweit regelt, steht auch die Ortsumfahrung in Ahrensfelde auf der Agenda. Grundsätzliche Probleme werden die Umsetzung aber noch lange verhindern.

Im Nordosten Berlins gibt es die tagtägliche Blechlawine, wenn sich der Berufsverkehr zwischen Berlin und Brandenburg im „Nadelöhr“ zwischen der Märkischen Allee und der Autobahnanschlussstelle der A10 Hohenschönhausen staut. Neben genervten Pendlern ist vor allem auch die Gemeinde Ahrensfelde betroffen, durch die die fragliche Strecke führt.

Die Diskussion

Seit mehreren Jahrzehnten wird deshalb um eine Ortsumfahrung diskutiert. Zuletzt hatte der Bundesrechnungshof den Vorschlag als zu teuer gebrandmarkt, die Strecke als Tunnel zu bauen („Troglösung“). Nun könnte aber wieder Bewegung in die Sache kommen: Im Bundesverkehrswegeplan 2030, der den Rahmen der künftigen Investitionen des Bundes in seine Verkehrswege festlegt, wird die Ortsumfahrung mit „vordringlichem Bedarf“ geführt.„Es ist ein wichtiger Schritt, dass dieses Projekt mit insgesamt 44,7 Millionen Euro Berücksichtigung findet“, meint etwa Monika Grütters (CDU), die neben ihrer Funktion als Staatsministerin für Kultur und Medien für Marzahn-Hellersdorf im Bundestag sitzt.

Wirtschaftlich notwendig

CR_LVS_MA_18_StraßeDessen Gewerbegebiete wären durch den neuen Verkehrsweg besser angebunden, glaubt Grütters, und verweist auf das Engagement ihrer Partei: „Für diese Ortsumfahrung hat die CDU nicht nur im Bund, sondern auch im Bezirk lange geworben. Jetzt muss auch die Landesebene mitziehen und dafür sorgen, dass die Ortsumfahrung Ahrensfelde zügig realisiert werden kann.“Tatsächlich geht die grundsätzliche Freude über die Neuigkeiten aus dem Bundesverkehrsministerium quer durch alle politischen Lager. „Dass die Ortsumfahrung Ahrensfelde als ‚vordringlicher Bedarf‘ im Bundesverkehrswegeplan auftaucht, ist ausdrücklich zu begrüßen. Man hat damit seinen Willen bekundet, Geld in die Hand zu nehmen, um ein längst überfälliges Projekt zur Verkehrsentlastung zu realisieren“, sagt etwa Janine Behrens, Bezirksverordnete der Linken im Bezirk.

Laute Lösung

„Sollte die Ortsumfahrung in der angestrebten Vorzugsvariante über die Klandorfer Straße gebaut werden, stehen dem Großteil der Anwohner auf Marzahner wie Ahrensfelder Seite ohrenbetäubende Zeiten bevor“, gibt Behrens jedoch zu Bedenken. Wegen der Ablehnung der „Troglösung“ durch den Bundesrechnungshof, drohten neben der Lärmbelästigung auch meterhohe Lärmschutzwände vor Wohn- und Schlafzimmerfenster. Die Anwohner vor Ort klagen zu Recht über den Umsetzungsstillstand. Jedoch lehnt die Mehrheit im Wohngebiet die Vorzugsvariante – insbesondere als offene Trasse mit unzureichendem Lärmschutz – ab“, erklärt Behrens, die das aktuelle Planfeststellungsverfahren lieber abbrechen und neu beginnen würde. Dann sei der Weg frei für eine Linienführung, die den Großteil der Anwohner spürbar entlaste, etwa über die Wuhletalstraße.

Kein Starttermin

„Ein Baubeginn kann erst nach dem Vorliegen eines bestandskräftigen Planfeststellungsbeschlusses erfolgen. Das wurde vom Land Brandenburg mit einer abgedeckelten Trogvariante auf dem Berliner Stadtgebiet initiiert, ruht jedoch derzeit. Insofern können auch keine realistischen Aussagen zu einem denkbaren Baubeginn getroffen werden“, erläutert Martin Pallgen von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Philip Aubreville / Bild: Stefan Bartylla