Vom Nil an die Spree

Schule: Siebtklässler des Bülow-Gymnasiums besuchen ägyptischen Berlin-Campus am Borsigturm in Tegel.

Kairo am Tegeler Borsigturm? Nicht ungewöhnlich, denn seit 2012 unterhält hier die German University of Cairo (GUC) ihren Berliner Campus. Die 2003 gegründete, privat betriebene Hochschule am Nil ist mit rund 8.000 eingeschriebenen Studierenden die größte deutsche Uni im Ausland. Und nun seit vier Jahren mit ihrer Dependance auch an der Spree aktiv, um die kulturellen und bildungspolitischen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu festigen.

Gelungener Auftakt

Je früher dies beginnt, desto besser: Auf Initiative der Reinickendorfer Bildungsstadträtin, Katrin Schultze-Berndt (CDU), besuchten kürzlich die Siebtklässler des Gabriele-von-Bülow-Gymnasiums in Tegel den Campus auf dem Borsiggelände. Die Stadträtin hatte mit dem Gründer der GUC, Prof. Ashraf Mansour, die Kooperation vereinbart und die Kontakte zur Bülow-Schule vermittelt. „Das ist doch ein tolles Bildungsangebot direkt vor Ort“, sagt sie. „Die Jugendlichen des bilingualen Gymnasiums erfahren mehr über Ägypten, seine Geschichte und reiche Kultur und können sich mit den Studenten auf Englisch austauschen. Ein Gewinn für alle.“ Ein gelungener Auftakt, der die Schüler begeisterte: „Freundlicher Empfang auf dem GUC-Campus, interessante Führung, Erläuterung der Studiengänge, Powerpoint-Präsentation über Land und Leute, zu Geschichte und Politik Ägyptens, zur Auflockerung ein Quiz mit kleinen Preisen – und alles in englischer Sprache, was uns kaum Probleme machte“, ist die einhellige Meinung. Vielleicht für manchen auch ein Einstieg, sich mit den komplizierten arabischen Schriftzeichen anzufreunden. Ihr Gymnasium unterhält bereits intensive Kontakte zu Schulen in Frankreich, Polen, USA; regelmäßige Schüleraustausche fördern Sprachvermögen, Empathie für andere Kulturen und weltläufige Bildung. Die Kooperation mit einem Uni-Campus ist neu und soll allen Klassenstufen zugänglich gemacht werden.

Voneinander lernen

Katrin Schultze-Berndt und Ashraf Mansour freuen sich über die begonnene Zusammenarbeit. Frühzeitig voneinander zu lernen; detaillierter zu wissen, was den anderen bewegt; Akzeptanz für andere Kulturen zu entwickeln – das sei in der heutigen, fragilen, durch Unverstand, Aggression und Terror gefährdeten Welt wichtiger denn je. Mit diesen Zielen wollen beide Seiten ihre Kooperation intensivieren.

jz / Bild: BA Reinickendorf