Anwohner fühlen sich ignoriert

Bauen: Protest gegen Neubaubaupläne in der Michelangelostraße mündet in einem Verein.

Die Anwohner der Michelangelostraße fühlen sich „an der Nase herumgeführt und ignoriert.“ Der Senat will dort auf 30 Hektar Wohnungen sowie Schulen, Kitas, Arztpraxen und Läden für bis zu 6.000 Menschen bauen und hat das Areal zu einem der zwölf wichtigsten Vorhaben der Stadt erhoben.

Massiver Widerstand

Darauf melden nun die meist älteren Anwohner der Michelangelostraße Widerstand an. Sie lehnen die Neubauplanung ab, denn „sie beeinträchtigt schwer die Lebensqualität und die Gesundheit von mehr als 5.000 Bewohnern“, teilt der sich gründende Verein für Lebensqualität in der Michelangelostraße mit. Eine Bebauung führe in dem „über Jahrzehnte harmonisch gewachsenen grünen Stadtquartier zu Massenquartieren und Hinterhofatmosphäre sowie zu erheblich verschlechterten ökologischen Verhältnissen“. Von „massivem Widerstand der Mehrzahl der Bewohner“ ist die Rede. Denn es fallen etwa 700 Parkplätze vor den Wohnhäusern weg. Der Verein betont, er sei nicht gegen eine Bebauung, „aber sie muss sozial, ohne Verschlechterung der bestehenden Lebensverhältnisse und im Einvernehmen mit den Bewohnern und nicht gegen sie erfolgen“. „Behutsames Nachverdichten bedeutet nicht maßloses Zubauen“, so der Verein. In diesem Zusammenhang wird an den Weißenseer Auftritt des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller unter dem Slogan „füreinander – Berlin muss eine lebenswerte Metropole bleiben“ erinnert. „Das muss uneingeschränkt für alle Berliner, auch für die Bewohner im Wohngebiet an der Michelangelostraße gelten, denn niemand hat das Recht, ihre Lebensverhältnisse dauerhaft zu verschlechtern“, so die Anwohner.

Klare Worte

Bausenator Andreas Geiselaber machte indes deutlich, dass längst nicht mehr diskutiert werden müsse ob, sondern nur noch wie gebaut werde.

mh / Bild: M. Hielscher