Viel Wolle zum Kuscheln

Landleben: Hannes ist Deutschlands jüngster Schafscherer.

Die Schäferei von Ronald Rocher in Möllendorf ist idyllisch gelegen in der seenreichen Landschaft um Storkow. Der Schäfer lebt dort mit seiner Frau und seinen drei Kindern. Die Schäferei befindet sich in einem alten Bauernhof, den er derzeit ausbaut. In fast jeder Ecke seines Hofes begegnet man Tieren. Kaninchenkinder verstecken sich hinter ihrer großen Mutter, Hühner laufen umher, ein Hund wacht an der Türschwelle und Schweine gibt es auch. Ansonsten dreht sich natürlich alles um die Schafe. Über 400 Mutterschafe gibt es in der Schäferei. Überwiegend Suffolk und Skudden. Sie werden als Fleischschafe und „Landschaftspfleger“ gezüchtet. Wer dem „Blöken“ folgt und den Schafstall betritt, bekommt sofort eine deutliche Warnung der Herdenschutzhunde „ausgebellt“. Es sind Pyrenäenberghunde. Schäfer schätzen sie für ihre ausgeprägte Wachsamkeit.

Herde zusammentreiben

Draußen, hinter dem Hof beginnt Ronald Rocher mit seinem neunjährigen Sohn Hannes die Schafe einzutreiben. Gleich will er beweisen, dass er der vermutlich jüngste Schafscherer Deutschlands ist. Aus der Ferne nähert sich galoppierend eine Herde. Die Hütehunde helfen, sie in die richtige Richtung zu treiben. „Die älteste Hündin ist auch die erfahrenste. Sie weiß ganz genau was sie zu tun hat. Sie ist die Dirigentin“, erklärt Rocher. Allmählich finden sich die Schafe ein und die ersten beiden Tiere werden ins Gehege geleitet, um gleich von der Wolle befreit zu werden. Hannes steht mittenmang den Schafen. Beherzt greif er sich eins. Ihren Kopf dreht Hannes leicht zur Seite, stellt es aufrecht hin und setzt seine große Schere an. Das Schaf bleibt dabei überraschend still. „Es geht darum, das Tier mit den Beinen zu kontrollieren“, erklärt sein Vater. Beim Jungzüchterwettbewerb bei der BraLa, vom 5. bis 8. Mai in Paaren, will Hannes Rocher seinen vierten Titel holen.

red / Bild: Uwe Seibt