Fuchsbau offen für den Kiez

Sport: Füchse Berlin Reinickendorf feiern ihr 125-jähriges Bestehen und erfinden sich immer wieder neu.

Älter als Real Madrid oder der FC Bayern München. Darauf weist Frank Steffel, Präsident des Vereins Füchse Berlin Reinickendorf gern hin. 125 Jahre sind ein Grund zum Feiern. Tatsächlich haben die Füchse sogar gleich mehrfach Grund zum Jubeln. Die Handball-Herren, das Aushängeschild des Vereins, gewannen überraschend die Club-Weltmeisterschaft. Mit 3.300 Mitgliedern, darunter fast 1.800 Kinder und Jugendliche, hat der Großverein den höchsten Stand seit seiner Gründung und bietet mittlerweile 23 Sportarten. Und auch der Fanclub Füchsepower feiert demnächst sein zehnjähriges Bestehen.

Erfahrener Manager

Gut, dass inzwischen das als Fuchsbau bekannt gewordene Vereinsheim an der Kopenhagener Straße zum lange vermissten Herzstück wurde – auf einem Areal, das künftig noch attraktiver zu werden verspricht. Mit Bernd Hofmann als Sportdirektor des Vereins und Geschäftsführer der Füchse Sportpark GmbH haben die Reinickendorfer dabei einen erfahrenen Manager hauptamtlich für sich gewinnen können. Hofmann hat schon für den 1. FC Union, den 1. FC Magdeburg und Hansa Rostock gearbeitet. Jetzt bringt er frisches Leben in den Sportpark und öffnet diesen auch für Nicht-Vereinsmitglieder. Diese Haltung entspringt nicht zuletzt einem Deal mit dem Bezirksamt. Der Verein bedankt sich für dessen großzügige Unterstützung, indem er Sport- und Spielanlagen für den Kiez bewusst offen hält. Jeder, der will, kann auf dem Kunstrasenplatz kicken, solange dieser nicht zum Training oder Wettkampf genutzt wird. Nicht einmal Sportschuhe sind Pflicht. Ein wahres Prachtstück ist der Spielplatz, den eine Herstellerfirma für Klettergärten zum Referenzobjekt erkor und regelmäßig ergänzt und erneuert.

Doch Hofmanns hat schon längst neue Ziele: Um für Mitglieder ganzjährig attraktiv zu sein, soll auf bisher „grüner Wiese“ eine Drei-Felder-Sporthalle für sieben Millionen Euro entstehen. Bis 16 Uhr soll sie dem Schulsport, danach dem Vereins- und Freizeitsport zur Verfügung stehen. Diese Halle sowie neue Courts fürs Padel-Tennis, einer vor allem in Südeuropa sehr populären, weil leichter zu erlernenden Sportart, seien die wichtigsten „strategischen Ansatzpunkte“ des Vereins, um möglichst schnell auf 3.400 Mitglieder zu wachsen. Nächste Gelegenheit zu feiern und für sich zu werben, haben die Füchse beim großen Kinder- und Sportfest am Wochenende 28./29. Mai.

Text & Bild: Michael Hielscher