Das Weite suchen

Reisebilder: Von Dürer bis Eliasson.

Jeder Mensch ist auf der Reise. Reisen, Unterwegs sein, Mobilität, sind zentrale Themen seit Anbeginn der Menschheit. Und so tauchen Reisende in der Kunst aller Epochen auf. Das Kupferstichkabinett zeigt in seiner Sommerausstellung 2016 die schönsten, verlockendsten und kuriosesten Reisebilder aus acht Jahrhunderten, von der illuminierten Toggenburg-Bibel bis zu Franz Ackermanns „Mental Maps“, von der Schedelschen Weltchronik bis zu Ed Ruschas 60er-Jahre-Tankstelle „Mocha Standard“.

Erfahrbare Welt

CR_LVS_BE_WD_Kupfer3Das Reisethema und die Kunst auf Papier erscheinen aufs Engste verknüpft – sind es doch mobile Medien wie Skizzenbücher, Zeichnungen, Aquarelle und Ölskizzen, mit denen uns die Künstler in fremde, neue Welten entführen. So werden in Rötel- und Tuschezeichnungen, in der bezaubernden Farbigkeit vieler Blätter und den verschiedensten graphischen Techniken Authentizität, Mobilität und Spontaneität der Kunst auf Reisen unmittelbar anschaulich. Zunächst ist es aber die Vermessung und Kartographierung der Welt, die den Globus erfahrbar macht. Prachtwerke des 15. und 16. Jahrhunderts wie die Schedelsche Weltchronik und „Die Städte der Welt“ von Braun und Hogenberg offenbaren im ersten Ausstellungsteil „Mental Maps. Die Welt auf Papier“ die Wissbegier der frühneuzeitlichen Entdecker, Autoren und Künstler.

Großes Interesse

Mit seinen Sommerausstellungen hat das Kupferstichkabinett – Staatliche Museen zu Berlin, ein neues Ausstellungsformat in das deutsche Museumswesen eingeführt. Die bisherigen Schauen „Wir gehen Baden!“ (2014) und „Wir kommen auf den Hund!“ (2015) stießen beim Publikum wie in den Medien auf großes Interesse.

red / Bild:er Olafur Eliasson/ SMB, Kupferstichkabinett / Dietmar Katz, John Wesley/SMB, Kupferstichkabinett/ Jörg P. Anders