Ein Star ist geboren

Urban Nation: Tegel hat ein neues hauswandhohes Kunstwerk.

Die beiden Streetartkünstler Collin van der Sluijs und Super A haben auf der Hauswand der Neheimer Straße 6 in Reinickendorf einen kleinen Vogel im wahrsten Sinne des Wortes groß rausgebacht. Über die 42 Meter hohe Rückwand des Gebäudes sprayten die beiden Holländer einen Star. Nicht zufällig wählten sie diesen Singvogel als Motiv.

Gemeinschaft wirkt

„Der Star zeigt uns, was Gemeinschaft bewirken kann. Er bewegt sich vornehmlich in Schwärmen und nutzt diese Formation gekonnt zum Überleben“, erklärt Yasha Young, Leiterin von Urban Nation. In ihren Werken beschäftigen sich die beiden Künstler, die zuvor bereits miteinander gearbeitet haben, häufig mit der Frage, wie Menschen gemeinschaftlich Veränderungen bewirken können, ohne dabei im Chaos zu versinken oder sich Hierarchien unterwerfen zu müssen. Der Star könne als Vorbild dienen. Sein dunkles Gefieder lässt den Vogel auf den ersten Blick unscheinbar wirken. Die unteren Federn schillern im Sonnenschein jedoch bunt. Collin van der Sluijs und Super A schenkten ihrem Kunstwerk daher farbenfrohe Blumen, die sich über den Bauch des Stars ranken. Sie sollen die ganze Vielfalt Berlins symbolisieren. Das Mural ist bereits das dritte hauswandhohe Kunstwerk für das Viertel: Im September 2015 realisierten die Zwillingsbrüder HOWNOSM ihr Werk „On tiptoes“, auf Zehenspitzen, das ein in sich verschlungenes Wesen zeigt, das sich streckt, um nach den Sternen zu greifen. Im Juni sprühte Fintan Magee in der Hausnummer 2 zwei Menschen, getrennt voneinander durch eine vom Krieg zerstörte Landschaft.

Vision verwirklicht

One Wall – eine Wand, eine Botschaft. Unter diesem Begriff verwandeln in Berlin herausragende Streetart-Künstler jeweils eine Hauswand gemäß ihrer Vision. Initiiert werden die „One Walls“ vom Künstlernetzwerk Urban Nation, das unter der Leitung von Yasha Young regelmäßig Größen der internationalen Streetart-Szene nach Berlin einlädt, um das Gesicht der Stadt mit ihrer urbanen Kunst nachhaltig zu verändern.

red/mh / Bild: Nika Kramer/Urban Nation Berlin