Liebe füllt ihre Bücher

Literatur: Die Spandauerin Babsy Tom schreibt neben ihrem Job als Krankenschwester erfolgreiche Romane.

„Liebe spielt nicht nur in Liebesromanen eine Rolle, auch in Dramen und selbst in Krimis. Sie berührt die Menschen einfach“, antwortet Babsy Tom auf die Frage, warum sie hauptsächlich Liebesromane schreibt.

LoveLetter Convention

Die Spandauer Autorin, aufgewachsen in Potsdam, hat seit 2013 sieben Bücher verfasst. Nebenbei, denn eigentlich ist sie Chefsekretärin. Am 23. und 24. April macht sie mit bei der fünften LoveLetter Convention in Berlin. Am diesem Wochenende können sich Fans und Fachleute wieder ab 8 Uhr auf dem Campus der GLS Sprachschule in Prenzlauer Berg, Kastanienallee 82, auf Europas Konferenz für Liebesromanleser und -autoren über das beliebteste Buchgenre der Welt austauschen und deutsche und internationale Stars der Szene bei Workshops, Meet & Greets, Lesungen und vielem mehr hautnah kennenlernen. Den krönenden Abschluss bildet eine Signierstunde. Babsy Tom liest diesmal nicht aus einem ihrer Bücher, sondern spricht unter anderem am Round Table zum Thema Buch-Marketing. „Die Convention ist jedes Mal ein Erlebnis. Ich bin schon zum dritten Mal dabei. Man lernt viele Menschen kennen, Blogger, Verlagsmitarbeiter und Leser,“ erklärt die Autorin begeistert.

Die Veranstaltung ist immer sehr gut besucht und auch bereits ausverkauft. Unter den Autorennamen finden sich allerdings nur Frauen – können Männer keine Liebesromane schreiben? „Das täuscht“, sagt Babsy Tom. „Manche schreiben unter einem weiblichen Pseudonym. Aber ich glaube tatsächlich, dass das Genre uns Frauen mehr liegt“. Eigentlich ist die Mutter einer 16-jährigen Tochter Chefsekretärin in einem Krankenhaus. „Ich liebe meine Arbeit, aber ich habe mittlerweile wegen des Schreibens doch meine Stundenzahl reduziert“, erzählt sie. Ganz aufzuhören kommt nicht in Frage. „Auch wenn ich mittlerweile von der Schriftstellerei leben könnte, die tägliche Pflicht und die Tagesstruktur sind für mich wichtig“. Die Arbeit im Krankenhaus stelle eine Art Ausgleich dar, sagt sie. Von ihrer Familie erfährt Babsy Tom, die den Kosenamen ihrer Eltern als Pseudonym übernommen hat, sehr viel Anerkennung, Stolz und Lob. „Ich schreibe gern in den Abend- und Nachtstunden, auf der Couch sitzend, mit Laptop auf dem Schoß. Dann brauche ich absolute Ruhe und Stille, meine Familie ist da sehr rücksichtsvoll“, erzählt sie. Im Durchschnitt braucht sie vier Monate, um einen Roman zu schreiben. Übrigens ist die Spandauerin nicht nur auf Liebesromane festgelegt, sondern schreibt auch Dramen. Aber ihr Lieblingsgenre ist und bleiben Liebesromane.

Paare beobachten

Babsy Tom lässt sich von ihrer Umgebung inspirieren. „Ich beobachte sehr aufmerksam das Verhalten von Paaren und spinne ihre Geschichte weiter. Es braucht rund drei Wochen, bis sich die Protagonisten in meinem Kopf entwickelt haben und dann beginne ich zu schreiben,“ erläutert sie. Auch ihre Mutter war Autorin – ihren ersten Roman hat Babsy Tom ihr und ihrer Schwester zum Lesen gegeben. Der Erfolg kam dann ganz schnell: Nachdem er bei Amazon hochgeladen war, wurde er sehr schnell von vielen Fans angeklickt.

Anke Walter / Bild: Zucker. Kommunikation