(K)ein Kampf gegen Windmühlen

Sozialbericht bescheinigt Marzahn-Hellersdorf positiven Trend – manches Problem bleibt jedoch bestehen.

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Schöner Leben in moderner Platte

Graue Plattenbauten und frustrierte Hartz-IV-Empfänger – die Klischees über Marzahn-Hellersdorf sind gerade im Hinblick auf die Sozialstruktur mannigfaltig. Der neueste Bericht zur sozialen Stadtentwicklung in Berlin zeichnet jedoch ein weniger schwarz-weißes Bild. Zwar gibt es an manchem Brennpunkt noch viel zu tun – doch gleichzeitig lassen sich auch einige Aufwärtstrends verzeichnen.Vier Indikatoren werden dabei im alle zwei Jahre erscheinenden „Monitoring soziale Stadtentwicklung“ (MSS), so der offizielle Titel des Berichts, gewertet: Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit, Bezüge von Transferleistungen und Kinderarmut. Auf dieser Grundlage ermittelt der Bericht Status und Dynamik der einzelnen Viertel – und macht für die nun untersuchten Jahre 2013 und 2014 gerade auch in Nord-Marzahn und Nord-Hellersdorf „Gebiete mit überdurchschnittlich hoher sozialer Benachteiligung“ aus. Zwar gebe es hier gewisse positive Dynamiken; im gesamtstädtischen Vergleich wiesen die Gebiete aber weiterhin relativ hohe Werte im Hinblick auf die vier Indikatoren auf, heißt es im MSS. Mit dem „Gelben Viertel“ gilt nun sogar ein Kiez als „Gebiet mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf“, dessen Entwicklung im letzten Bericht noch nicht als problematisch gesehen wurde. Doch neben den bestehenden und neu hinzugekommenen Problemen hat der Bericht durchaus auch erfreuliche Nachrichten für den Bezirk im Gepäck. Gleich drei Viertel – Marzahn West, Wuhlestraße und Kaulsdorf Nord II – wurden von der Liste der genannten „Gebiete mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf“ gestrichen. „Insgesamt kann für den Bezirk Marzahn-Hellersdorf ein durchaus positiver Trend verzeichnet werden“, meint deshalb auch Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD). Die genaue Auswertung des MSS obliege nun den bezirklichen Fachämtern. Weil an der allgemeinen Tendenz aber kaum zu rütteln sein dürfte, freut sich Komoß schon jetzt über die positiven Entwicklungen im Bezirk. „Sie zeigen, dass die Arbeit des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf, sicher auch durch die gute Wirtschaftsentwicklung unterstützt, Früchte trägt. “

pa / Bild: imago/Ulli Winkler / Bild: imago/Schöning