Schlösser für den Staatsgast

Ausstellung: Rokoko-Schloss Schönhausen diente zwischen 1966 und 1990 als Gästehaus der DDR-Regierung.

Die DDR nutzte Schloss Schönhausen anfangs als Sitz des ersten und einzigen Staatspräsidenten Wilhelm Pieck und ab 1966 als Gästehaus des Ministerrates. Der erste dortige Staatsgast war der ungarische KP-Chef János Kádár (1912-1989). Er besuchte Berlin 1966. Somit jährt sich die Funktion des Schlosses als Gästehaus 2016 zum 50. Mal. In der Bundesrepublik fand bereits 1949 mit der Amtseinführung von Bundespräsident Theodor Heuss der erste repräsentative Staatsakt in Schloss Augustusburg statt. Vom 1. April bis zum 3. Juli zeigt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) in Schloss Schönhausen in Pankow die Ausstellung „Schlösser für den Staatsgast – Staatsbesuche im geteilten Deutschland“. Dabei handelt es sich um eine gemeinsam mit der UNESCO-Welterbestätte Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl (Nordrhein-Westfalen) erarbeitete Schau, die vom 30. Juli bis 1. November auch in Schloss Augustusburg zu sehen sein wird. Die Schirmherrschaft übernimmt Bundespräsident Joachim Gauck. Die Ausstellung thematisiert die Staatsbesuche in der DDR und in der Bundesrepublik als Mittel der außenpolitischen Anerkennung, Etablierung und Selbstdarstellung beider Staaten ab 1949. In einem thematisch gegliederten Rundgang werden die beiden Repräsentationsorte zweier gegensätzlicher politischer Systeme miteinander verglichen. In Schloss Schönhausen stehen dafür auf drei Etagen 16 Schlossräume mit 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche zur Verfügung. Gezeigt werden Fotografien, Film- und Tondokumente sowie zahlreiche authentische Exponate. So verdeutlicht etwa eine Auswahl von Regierungsgeschenken, wie versucht wurde, den jeweiligen Gast mit Präsenten zu hofieren, ohne dabei eine Übereinstimmung in politischen Fragen zu bekunden. Zum ersten Mal wird auch die Bedeutung des von der Staatssicherheit abgesperrten „Sondergebietes Niederschönhausen“ mit dem Schloss und seinen zahlreichen Nebengebäuden ausführlich dargestellt. Hier haben nicht nur die Staatsgäste gewohnt, hier fanden auch Ordensverleihungen, Empfänge und Pressekonferenzen statt. Erläutert werden die Funktionen der Regierungs- und Repräsentationsgebäude, die Abläufe von Staatsbesuchen in Ost und West, die immer wiederkehrenden Programmpunkte und ihre Ziele. Anlässlich der Ausstellung stellt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten das 1966 von Gartenbauingenieur Karl Kirschner entworfene Ornamentbeet vor dem Haupteingang des Schlosses wieder her.

 

Weitere Informationen:

Öffnungszeiten:
1. April bis 3. Juli, täglich außer Montag, 10 bis 18 Uhr
Letzter Einlass um 17.30 Uhr

Eintritt:
6 Euro / ermäßigt 5 Euro
Familien: 12 Euro (zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder)

red