Geld für´s ORWO-Haus

Lottomittel: ORWO-Haus erhält Unterstützung.

Seit Jahren ist das ORWO-Haus eine feste Adresse für Musiker nicht nur in Marzahn: Tim Bendzko bereitete hier einst seine Tour vor und Popstars wie Silbermond oder Knorkator sowie hunderte anderer Bands aus dem Großraum Berlin nutzen die Räume.

Schon immer waren aber nicht nur die Macher, sondern auch die Liebhaber von Musik im Visier des 2004 gegründeten Vereins „ORWOhaus e.V.“, der als Träger des wohl außergewöhnlichsten Bandtreffs der Stadt fungiert. Jetzt gibt es gute Nachrichten: Die „Stiftung Deutsche Klassenlotterie“ hat dem Verein Mittel zur Verfügung gestellt, um eine im Gebäude befindliche Halle zur Versammlungsstätte auszubauen. Noch in diesem Jahr wolle man die Eröffnung feiern und „bald richtig loslegen mit wunderbarer Livemusik, Theatervorstellungen, Ausstellungen und vielem mehr“, heißt es auf der Website des Vereins. „Geplanter Baubeginn ist der April. Die Baudauer wurde auf drei bis vier Monate kalkuliert“, erklärt Anne Wolf von „ORWOhaus e.V.“. 537.000 Euro hat die Stiftung Deutsche Klassenlotterie dafür zur Verfügung gestellt. Das ist exakt die Summe, die vom Verein beantragt wurde – und nicht das erste Mal, dass die Stiftung dem Musiktempel unter die Arme greift. Damals ging es darum, das Gebäude und seine gut 4.000 Quadratmeter Proberaumfläche fit für den Brandschutz zu machen. „Es gibt in Deutschland neben der jeweils geltenden Bauordnung auch noch eine Versammlungsstättenverordnung, in der geregelt wird, welche Voraussetzungen ein Ort erfüllen muss, damit sich viele Menschen darin aufhalten dürfen“, erläutert Wolf. Um diese Regelungen, die Bestimmungen etwa zu Fluchtwegen, Toiletten oder Parkplätzen umfassten, umsetzen zu können, werde man die Mittel verwenden. Jetzt benötige man für Live-Konzerte viel Licht- und Tontechnik sowie Logistik- und Dekorationsmaterial, sagt Wolf und ergänzt: „Wir werden das aus Eigenmitteln nur langsam umsetzen können. So werden wir uns vermutlich für die erste Zeit mit kleineren Veranstaltungen, für die die technische Infrastruktur nicht so mächtig ausfallen muss, begnügen müssen.“ Von diesen letzten Hürden lässt sich man sich beim Orwo-Haus aber nicht die Laune verderben. Abgesehen davon, dass man künftig Festivals ohne Sonderanträge beim Bauamt veranstalten könne, werde es „natürlich eine anständige Veranstaltung zur Halleneröffnung“ geben, kündigt Wolf an.

Philip Aubreville / Bild: Orwo-Haus