Schönheitskur für unsere Parks

Pilotprojekt: Ab Juni will die BSR die Müllentsorgung in zwölf Grünanlagen übernehmen.

Berlins Parks verkommen immer häufiger zu traurigen Müllhalden. Da die Bezirke mit deren Instandhaltung finanziell überfordert sind, wird die BSR ab Juni in einem Pilotprojekt die Säuberung von zwölf Parks und Grünflächen in zehn Bezirken übernehmen. Die neue Zuständigkeit der BSR soll auch auf stark frequentierte Waldflächen sowie touristische Hotspots ausgeweitet und die nächsten zwei Jahre getestet werden. Dies wurde jetzt in einem Vertrag, der die BSR in die Planungsprozesse der wachsenden Stadt einbezieht, festgeschrieben. In Spandau steht der Münsinger Park auf der Liste.

Stark verschmutzt

„Durch die Kürzungen der rot-grünen Zählgemeinschaft im Bereich des Spandauer Grünflächenamtes in den vergangenen Jahren hat sich unsere finanzielle Situation deutlich verschärft. Wir hoffen, dass das Pilotprojekt Schule machen und schon vor Ablauf der Projektphase auf alle Parkanlagen ausgeweitet wird,“ sagt Werner Laubsch, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Spandau. Die BSR kümmert sich nur um die Müllentsorgung in den Parks, für die Pflege wie zum Beispiel Rasenmähnen und das beschneiden der Hecken und Bäume ist weiterhin das Grünflächemnamt zuständig. Die Parks für das Pilotprojekt haben die Bezirke selbst ausgesucht. Alle außer Marzahn-Hellersdorf und Charlottenburg-Wilmersdorf haben die Grünflächen gemeldet, die besonders stark verschmutzt sind. Jetzt müssen wir erst einmal prüfen, wie viele Müllbehälter es in den jeweiligen Parks gibt, wie voll die sind, wie oft sie geleert werden müssen und wie die Situation überhaupt vor Ort ist. Mit welchen Geräten gereinigt werden kann und ob die Mitarbeiter mit Fahrzeugen durchkommen“, so BSR-Mitarbeiterin Sabine Thümler. Gleichzeitig sollen die Nutzer der Grünanlagen nicht das Signal bekommen, die BSR mache schon, der Müll könne ruhig einfach irgendwo im Park entsorgt werden.

Bewerbungen erwünscht

BSR-Vorstandchefin Dr. Tanja Wielgoß freut sich über das Vertrauen, das der Senat in die BSR setzt. „Der Vertrag gibt uns Planungssicherheit und er ist eine Anerkennung für die Leistung aller Mitarbeiter.“ 2016 werde es für die neuen Aufgaben rund 100 Kollegen mehr geben. Die Hälfte davon sollen Frauen sein. „Wir freuen uns ab sofort auf jede Bewerbung und ich freue mich, wenn auch möglichst viele Frauen die Chance ergreifen.“ Schon heute sind 250 Mitarbeiterinnen aktiv.

red / Bild: imago/Ralph Peters