Zwei niedliche Frühlingsboten

Tierwelt: Nachwuchs bei den Kirk-Dikdiks und Bongos im Zoo

Strahlender Sonnenschein in der Hauptstadt, doch Kirk-Dikdik-Nachwuchs Freddy ist so gar nicht nach antilopischer Leichtfüßigkeit. Seinen ersten Besuch auf der Außenanlage im Zoo Berlin startete er ganz gemütlich auf den Armen von Kurator Dr. Tobias Rahde. Bongo-Mädchen Nala macht hingegen vor, wie es richtig geht: Der Frühling ist zum Genießen da – und was gibt es Schöneres, als gemeinsam mit Mutter Emily und Vater Shagari im Gleichschritt durchs Gelände zu traben.

Relativ scheu

„Der kleine Kirk-Dikdik-Bock war anfänglich relativ scheu und wollte den Stall partout nicht verlassen. Also haben wir dem Glück ein wenig auf die Sprünge geholfen und ihn sanft nach draußen getragen“, so Kurator Dr. Tobias Rahde. „Nala hingegen hat direkt die Neugier gepackt. Das Bongo-Mädchen hat an der Seite ihrer Eltern den Ausflug sehr genossen“, ergänzt Rahde. Die anfängliche Skepsis gegenüber der Außenanlage hat auch Freddy mittlerweile überwunden. Er ist kaum mehr zu halten, wenn es an der Seite von Mama Nora und Papa Chrissi an die frische Luft geht.

Bisher sind die Ausflüge auf die Koppel für beide Antilopen-Kitze noch eine kleine Ausnahme, denn erst wenn die Temperaturen über 10 Grad steigen, wird ganztags „ausgeflogen“. Kirk-Dikdik-Mama Nora (geboren am
14. April 2007 im Zoo Berlin) und Vater Chrissi (geboren am 2. Januar 2008 im Zoo Hannover) sind geübte Eltern. Sie kümmern sich bestens um Freddy, der am 4. Januar 2016 geboren wurde. Insgesamt leben nun sechs Kirk-Dikdiks im Zoo Berlin. Auch Bongo-Mädchen Nala ist bei ihren Eltern Emily (geboren 2003 in Berlin) und Shagari (geboren 2001 in Rotterdam) bestens aufgehoben. Derzeit leben sie in einer Herde von acht Bongos.

Nicht gefährdet

Kirk-Dikdiks gehören zu den kleinsten Antilopen-Arten Afrikas und messen gerade einmal eine durchschnittliche Schulterhöhe von 30 bis 40 Zentimetern. Heimisch sind die zarten Paarhufer in Baum-, Busch- und Grassavannen sowie im steinigen Hügelgelände Afrikas. Ihre Population ist sehr dicht und stabil, sodass die Tiere gegenwärtig nicht als gefährdete Art gelten.

Bongos bevölkern als größte Antilopenart Afrikas vor allem das südliche Kamerun, den Aberdares in Kenia und den südwestlichen Teil Sudans. Sie messen eine Schulterhöhe von etwa 120 Zentimetern und wiegen zwischen 210 bis 235 Kilogramm bei weiblichen und bis zu 405 Kilogramm bei männlichen Tieren. Die östlichen Bongos, zu denen auch die Herde aus dem Zoo Berlin gehört, gelten als bedroht und werden in einem EEP (Erhaltungszuchtprogram) geführt.

mh / Bild: ZOO Berlin