Tangentiale durchs Trinkwasser

Anfrage: Die TVO-Anbindung an Lichtenberg könnte über die Verlängerte Waldowallee führen.

Die Tangential-Verbindung Ost ist eine der ambitioniertesten Verkehrsprojekte im Berliner Osten. Die schnelle Straßenverbindung zwischen Köpenick im Süden und Hohenschönhausen im Norden entlang der östlichen Berliner Peripherie hat eine Geschichte, die bis weit in das vergangene Jahrhundert zurück reicht. Der nördliche und südliche Abschnitt der TVO ist als Märkische Allee und Spindlersfelder Straße schon seit vielen Jahren fertig. Die Lücke gilt es nun zu schließen. Das soll nach Ansicht von Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) bis zum Jahr 2020 geschehen. Seine Senatsverwaltung hatte im Jahr 2015 acht Korridore untersucht, in denen eine mögliche Trasse für den künftigen Lückenschluss der TVO verlaufen könnte. Die östlichste Variante hätte dabei über den Bahnhof Köpenick / Chemnitzer Straße zur B1 / B5, die westlichste Version über die Treskowallee / Straße am Tierpark geführt. Ende 2015 lag das Ergebnis der Untersuchung vor. Zwei der acht Korridore wurden für die weitere Bearbeitung ausgewählt. Diese befinden sich direkt und unmittelbar östlich und westlich des Berliner Außenrings der Deutschen Bahn. Alle anderen betrachteten Korridore werden ab sofort als Varianten nicht weiter verfolgt. In diesem Jahr soll die Wahl zwischen beiden genannten Korridoren entschieden werden. Das Lichtenberger Bezirksamt äußerte sich nun in einer kleinen Anfrage der Fraktion der Linken zur eigenen Haltung bezüglich einer geplanten Verbindungsstraße zwischen der TVO und dem Bezirk Lichtenberg. Als mögliche Variante einer solchen Anbindung ist die Verlängerte Waldowallee im Gespräch. Obwohl das Bezirksamt im Falle einer Baumaßnahme, die den Eingriff in bestehende Kleingärten oder Grundstücke zur Folge hätte, sein Veto einlegen und die Anwohnerschaft informieren würde, bleibt DIE LINKE skeptisch. Für sie drängt bereits jetzt die Zeit. Schließlich könnte diese Trasse das Trinkwasserschutzgebiet im Bereich beeinträchtigen und müsste bei entsprechender Verbreiterung auch Flächen nutzen, die zurzeit als Kleingärten oder Pachtgrundstücke verwendet werden. „Ich verlange vom Bezirksamt frühestmögliche Aufklärung über einen geplanten Straßenbau. Bis Ende 2020 soll die TVO fertiggestellt sein. Wir reden von weniger als 10 Jahren, in denen die Anbindung an Lichtenberg Realität werden kann. Anwohner und Besitzer von Kleingärten haben einen Anspruch darauf zu wissen, ob sie von solchen Planungen betroffen sind. Ich erwarte von der Bürgermeisterin, dass sie sich schützend vor die betroffenen Anwohner und Kleingärtner stellt“, fordert die Bundestagsabgeordnete der Linken, Dr. Gesine Lötzsch, nun in einer Stellungnahme.

Stefan Bartylla / Bild: Norman Wolf