Stipendium erinnert an Bärbel Bohley

Gedenkstätte: Förderung für Dissertationen, die sich mit dem Haftort beschäftigen.

Mit einem neuen Stipendium erinnert die Gedenkstätte Hohenschönhausen an die frühere DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley. Mit dieser Förderung soll die Lebensleistung der Bürgerrechtlerin und Künstlerin gewürdigt werden. Das Stipendium richtet sich an Doktoranden der Geschichts- und Politikwissenschaften, an Museologen, Juristen und Erziehungswissenschaftler. Gefördert werden Dissertationen, die sich mit der Geschichte des Haftortes in Hohenschönhausen und dem System der politischen Justiz in der DDR beschäftigen. Alle weiteren Informationen sind auf der Website der Gedenkstätte einzusehen.

Bärbel Bohley, nach der das Stipendium benannt wird, wurde 1945 in Berlin geboren und arbeitete seit den siebziger Jahren als freischaffende Malerin in der Stadt. Als Gründerin der Initiative „Frauen für den Frieden“ kam sie Anfang der 80er Jahre wegen angeblicher „landesverräterischer Nachrichtenübermittlung“ in die Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen. Sie erhielt daraufhin keine staatlichen Aufträge mehr und wurde mit Ausstellungsverbot belegt. Verstärkt setzte sie sich als Mitbegründerin der „Initiative Frieden und Menschenrechte“ für die Durchsetzung demokratischer Grundrechte in der DDR ein. Das Ministerium für Staatssicherheit zählte sie zu den gefährlichsten Gegnern des SED-Regimes. Nach einer erneuten Verhaftung gründete Bohley im September 1989 die Bürgerrechtsbewegung „Neues Forum“. Auch nach der Wiedervereinigung setzte sie sich für die Opfer der SED-Diktatur ein. Bohley verstarb am 11. September 2010 infolge einer Krebserkrankung.

Der Bezirk Mitte hatte unlängst einen Vorschlag der Gedenkstätte aufgegriffen, eine Straße nach der DDR-Bürgerrechtlerin zu benennen.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.stiftung-hsh.de

red / Bild: imago/snapshot