Ein Kiez wird zur Staufalle

Friedrichshagen: Dauerbaustellen von BVG und BWB sorgen für Chaos.

Ab Mai wird es eng in Friedrichshagen. Dann wird die Gegend um den Müggelseedamm, Bölschestraße und Fürstenwalder Damm bis Ende nächsten Jahres zur Dauerbaustelle. Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) werden im Mai mit ihren Arbeiten am Müggelseedamm beginnen. Die Folge sind lange Staus, verstopfte Nebenstraßen und verärgerte Anwohner. Bis Ende 2017 sollen rund 13,6 Kilometer Kanäle und Rohre sowie hunderte Schächte und Gullys erneuert werden. Der Investitionsaufwand beträgt 10,5 Millionen Euro. Bei neun Kilometern Schmutz- und Regenwasserkanälen wird der größte Teil der Arbeiten mit grabenlosen Techniken erledigt. Dabei werden in die gereinigten alten Kanäle Kunststoffrohre eingezogen. Die Sanierung war nötig geworden, weil die zum Teil 100 Jahre alten Leitungen undicht geworden sind und dadurch eine Verunreinigung des Grundwassers im Wasserschutzgebiet drohte.

Nur einspurig

Parallel beginnt auch die BVG mit ihren Bauarbeiten am Müggelseedamm. Zwischen Charlotte-E.-Pauly- und Bölschestraße werden neben den Fahrleitungen rund 1.250 Meter Straßenbahngleise, also 2.500 Meter Schienen, sowie die Weichen am Knotenpunkt Bölschestraße erneuert. Dadurch wird der Abschnitt auch für moderne Niederflurbahnen befahrbar gemacht. Während der Bauzeit bis voraussichtlich Ende November ist im Bereich des Müggelseedamms nur ein einspuriger Anliegerverkehr Richtung Westen möglich. Der Straßenbahnverkehr der Linie 61 ist während der gesamten Bauzeit unterbrochen. Als Ersatz kommen Busse zum Einsatz. Voraussichtlich im August und September werden auch zwischen Bölsche- und Bruno-Wille-Straße die Fahrleitungen getauscht. Dann können die Straßenbahnen der Linie 60 nicht mehr bis zur regulären Endhaltestelle Altes Wasserwerk fahren. Stattdessen verkehrt in dieser Bauphase eine Bahn in beide Richtungen bis zur Haltestelle Marktplatz Friedrichshagen und zurück. Hierfür muss in der Bölschestraße eine Weiche eingebaut werden, die der Straßenbahn das Wenden ermöglicht. Auch auf dem Fürstenwalder Damm, zwischen Bölschestraße und Hartlebenstraße, koordiniert die BVG ihre Arbeiten mit den Wasserbetrieben. Mit dem Einbau von zwei Bauweichen wird zunächst ein eingleisiger Straßenbahnbetrieb ermöglicht. Gleisbauarbeiten finden dann erst im nächsten Jahr statt. Notwendige Umleitungen und Routen für Ersatzbusse wird die BVG jeweils rechtzeitig vor Beginn der einzelnen Bauabschnitte bekanntgeben. Auch die Deutsche Bahn arbeitet auf der Ausbaustrecke Berlin-Frankfurt/Oder an Brücken und Gleisen. Deshalb fahren vom 18. bis 22. März zwischen den S-Bahnhöfen Köpenick und Rahnsdorf Ersatzbusse. Für weitere Bauarbeiten muss ab Ende des Monats bis Ende November zudem die Durchfahrt unter der Bahnbrücke am S-Bahnhof Friedrichshagen (Bölschestraße/Dahlewitzer Landstraße) für den Kraftverkehr gesperrt werden.

Anne-Lydia Mühle / Bild: Thinkstcok/iStock/ tigristiara