Besser leben in den eigenen vier Wänden

Soziales: Im Märkischen Viertel ermöglicht Technik bald ein selbstbestimmtes Wohnen.

Alt und pflegebedürftig und dennoch selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben – so könnte es bald Mietern im Märkischen Viertel gehen. Um diese Idee zu verwirklichen, hat die Wohnungsbaugesellschaft Gesobau gemeinsam mit der AOK Nordost ein Modellprojekt gestartet. Ziel von „Pflege@Quartier“ ist es, in den nächsten drei Jahren herauszufinden, ob und wie moderne Technik dazu beitragen kann, ein Verbleib in der Wohnung bei Pflegedürftigkeit zu versichern. Dafür werden 30 Wohnungen technisch ausgestattet und an die individuellen Bedürfnisse der Mieter angepasst. Ob Sicht-Klingel, Arztdialog via Monitor oder Notrufanbindung – diese Hilfsmittel sollen den Alltag erleichtern und zu mehr Sicherheit und Wohlbefinden beitragen. Welche Assistenzmittel am besten in Frage kommen, untersuchen Gesobau und AOK dann gemeinsam mit dem Technischen Weiterbildungszentrum Wildau. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf der Technik. Auch soziale Angebote sowie persönliche und medizinische Betreuungsbedürfnisse werden berücksichtigt. Langfristig soll ein Geschäftsmodell entwickelt werden, mit dem sich großflächig technikbasierte Wohnungslösungen und altersgerechte Quartierskonzepte in den Beständen der Großwohnsiedlung umsetzen lassen. „Weiterhin trägt das Modellprojekt mit dem Fokus auf Teilhabe, soziale Integration und Quartiersmanagement dazu bei, wichtige Erkenntnisse über die zukünftige Versorgung älterer und pflegebedürftiger Menschen in ihren Quartieren zu gewinnen, die beispielgebend für weitere Projekte sein können“, sagt Hans-Joachim Fritzen, Geschäftsführer Pflege der AOK Nordost.

Nabila Lalee / Bild: Imago/Jürgen Ritter