Autobombe im Berufsverkehr

Verbrechen: Wie durch ein Wunder gab es nur einen Toten.

Anschlag in Charlottenburg. Ein lauter Knall ließ die Anwohner in der Bismarckstraße am Dienstag um 8 Uhr heftig zusammenzucken.

Fahrer verblutet

Zwischen Krumme und Weimarer Straße war ein VW Passat während der Fahrt explodiert. Der Fahrer Mesut T. (43) versuchte noch, aus dem Auto zu gelangen, verblutete aber auf der Straße am Unfallort. Wie durch ein Wunder wurde keine weitere Person in der sehr belebten Straße verletzt, es entstand lediglich Sachschaden. Die Polizei forderte via Twitter und Lautsprecherwagen die Anwohner auf, die Fenster zu schließen und sich im hinteren Teil ihrer Wohnungen aufzuhalten. Sprengstoffexperten untersuchten den Passat nach einem weiteren Sprengsatz, wurden aber nicht fündig. Zunächst war unklar, ob es sich um einen Unfall handelte oder ob es ein Anschlag war und wem er galt.

Kriminelles Milieu

Der Tote ist polizeibekannt: Drogengeschäfte mit Russen und Polen, illegales Glücksspiel, Falschgeld – allerdings ist er nicht vorbestraft. Zuletzt war er mit anderen Kriminellen in Polen festgenommen worden und soll gegen seine Komplizen ausgesagt haben – ein mögliches Motiv für den Anschlag? Die Ermittlungen dauern an. Fest steht, Mesut T. lebte offiziell von Hartz IV, jobbte nebenbei in einem Moabiter Café und wohnte in der Bismarckstraße 102. Das SEK rückte dort am Dienstagnachmittag an und durchsuchte die Wohnung, ohne Verdächtiges zu finden. Am Mittwoch kamen alle Abteilungen der Staatsanwaltschaft in einer Sondersitzung zusammen. Bis Redaktionsschluss waren noch keine Ergebnisse bekannt.

Anke Walter