Jugendliche erklären Judentum

Ausstellung: Schüler zu Peer Guides ausgebildet.

In den Winterferien wurden sieben Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 21 Jahren aus Altglienicke und Neukölln von zwei Museumspädagogen des Jüdischen Museums Berlin ausgebildet, um andere Jugendliche in dialogischen Führungen durch vier interaktive Themeninseln einer Ausstellung über das Judentum zu begleiten.

Erfahrungen ausgewertet

Ihr erlerntes Wissen über jüdische Feste, Rituale und Persönlichkeiten geben sie im sogenannten Peer-to-Peer-Verfahren in Führungen an Gleichaltrige weiter. Zusätzlich dokumentieren die jugendlichen Guides das Erlebte mit iPads. In Begleitung einer Medienpädagogin werden die gesammelten Informationen über die Ausstellung und die Erfahrungen von den Jugendlichen ausgewertet, multimedial aufbereitet und im Anschluss an das Projekt auf der Webseite des Jüdischen Museums Berlin veröffentlicht.

Der Kontakt zu den Peer-Guides entstand durch die Jugendclubs „Sunshine Inn“ aus Neukölln und „Club 24“ aus Altglienicke, Treffpunkte des Trägers „Outreach – Mobile Jugendarbeit Berlin“, der sich an Jugendliche wendet, die von der klassischen Jugendarbeit nicht erreicht werden. Gefördert wird das Projekt durch das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, ein Programm, das sich vor allem an bildungsbenachteiligte Jugendliche richtet, die eher selten Museen oder andere Orte der kulturellen Bildung besuchen.

„Unser Ziel ist es, die Jugendlichen in ihren sozialen Kompetenzen zu stärken, damit sie besser mit gruppendynamischen Problemen umgehen können. Dabei lernen sie das Judentum in seiner Vielfalt kennen“, sagt Sarah Hiron, Leiterin des Bereichs Bildung Outreach des Jüdischen Museums Berlin.

Galaktische Verbindung

Die multimediale Wanderausstellung „Zeigt‘s Euch“ ist bis zum 17. März in den Räumen der Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“in Altglienicke (Siriusstraße 17) aufgebaut. Die Themeninsel „Who is Who“ klärt zum Beispiel darüber auf, dass es eine Verbindung zwischen Mr. Spock aus der Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“ und der Synagoge gibt: Der jüdische Schauspieler Leonard Nimoy wurde mit seinem Vulkaniergruß als Mr. Spock berühmt. Diese Geste mit gespreizter Handfläche ist einem Priestersegen in der Synagoge nachempfunden.

Weitere Informationen unter:
www.jmberlin.de

nm/red / Bild: Jüdisches Museum Berlin